UNBEZAHLBAR

Über die Bedeutung und den Wert unseres 1. Fußball-Clubs Köln

Unser FC begeistert Menschenmassen. Der FC als Fußball-Club, der FC als Botschafter unserer emotionsgeladenen Heimatstadt Köln und der FC, der von unseren Spielern, von uns Mitgliedern und Fans seit jeher geprägt, gelebt und geliebt wird. Dank seiner schieren Größe und Leidenschaft ist unser FC so bedeutsam wie nur wenige andere Fußball-Clubs in Deutschland und der ganzen Welt.

Investoren bemessen den Wert eines Fußball-Clubs u.a. anhand der „Marke“ und dessen Strahlkraft, anhand von Kundenzahlen und -berührungspunkten, dem „emotional value“ und mit Hilfe von Vergleichswerten. Der VfB Stuttgart wurde als Zweitligist und Aufsteiger 2017 mit über 350 Millionen EURO bewertet. Lars Windhorst bzw. die Investorengruppe „Tennor“ bewertete die Marke Hertha BSC Berlin 2019/20 mit über 560 Millionen EURO.

Für einen FC-Fan lässt sich der Wert unseres Vereins nicht bemessen. Die meisten Fans und Mitglieder werden dies in vergleichbarer Art und Weise ähnlich empfinden: unser Verein und unsere Leidenschaft – unbezahlbar.

Investoren in der Fußballindustrie hingegen würden im Gegensatz dazu beim FC vor allem unsere Größe sowie die einhergehenden Marken- und Renditepotenziale ins Auge fassen.

Weit über 100.000 Mitglieder

Ähnlich wie der VfB Stuttgart sind wir seit Jahren sportlich nicht wirklich erfolgreich. Ebenso wie die Hertha verfügt auch der FC über kein eigenes Stadion. Dafür verfügt unser FC allerdings über eine Strahlkraft und Anhängerschaft, die vor allem in der Zeit nach Corona nicht mit Gold aufzuwiegen sein wird. Durch dick und durch dünn, ganz egal wohin.

Unser 1. FC Köln wäre wohl über 500 Millionen EURO wert

10 % der Anteile wären demnach mit über 50 Millionen EURO zu bewerten. Im Gegensatz zu einer reinen Marke oder einem Renditeobjekt in der Fußballindustrie sind wir allerdings deutlich mehr als nur rentabel. Wir kommen eben nicht nur für irgendeine Form von Markenpräsentation oder Renditezwang zusammen, wie es bei „strategischen oder renditebezogenen Investitionen“ der Fall ist.

Vielmehr ist es unser Zusammenkommen im Stadion und unser Miteinander im Verein, was unseren 1. FC Köln ausmacht und dem FC erst seine Daseinsberechtigung und Seele verleiht.

Wir unterstützen in Form von Mitgliedsbeiträgen und dem Kauf von Eintrittskarten, Trikots und Fanartikeln die Entwicklung und den Fortbestand unseres Vereins – und das ausschließlich zu diesem Zweck und ohne wirtschaftliche Eigeninteressen. Und wenn wir als Verein Anteile verkaufen würden…?

Bei einem Anteilsverkauf sind wir kein reiner Fußball-Club mehr!

Es ginge nicht mehr ausschließlich um unseren FC, nicht mehr um Deinen, meinen, unseren Verein, sondern es ginge für den Investor, also den wesentlich mitentscheidenden Teil des Fußball-Unternehmens, ausschließlich ums Geld… Erst um etwas mehr Geld und mehr und mehr um noch mehr Geld sowie die Einflussnahme auf die Geschicke unseres Vereins, unseres FC. Es ginge um wertvolle Mitbestimmung und Deutungshoheit – eine unumkehrbare Entscheidung, nach der es kein Zurück mehr gäbe.

Welches Mitentscheidungsrecht würden wir als unabhängiger Club und Verein verlieren? Und vor allem…

Wofür?

Selbst wenn wir in vermeintlicher Not und unter Wert 10% der Anteile für ca. 50 Millionen EURO verkaufen würden… Was bewirken einmalig 25 oder 50 Millionen EURO? Zum Vergleich: In die Mannschaft von Hertha BSC Berlin wurden seit dem Anteilsverkauf an Tennor bzw. dem Transfersommer 2019/20 allein über 110 Millionen EURO investiert. Mit welchem Erfolg?! Was würden also z.B. 50 Millionen EURO in einer Liga bewegen, in der die Spitzengruppe (inkl. der Transferumsätze) durchschnittlich pro Jahr fast 350 Millionen EURO umsetzt?

„Ein Tropfen auf den heißen Stein“ würde eine 50 Millionen EURO-„schwere“, aber einmalige Finanzspritze wohl adäquat umschreiben, wenn der FC in der wirtschaftlich erfolgreichsten Saison 2017/18 nicht einmal die Hälfte von 350 Millionen EURO umsetzen konnte. Selbst bei Nichtberücksichtigung der FC Bayern München AG verbliebe zum oberen Tabellendrittel jährlich ein Abstand in dreistelliger Millionenhöhe.

Es wäre naiv und falsch zu behaupten, dass wir mit einer einmaligen Finanzspritze Anschluss an die Spitzengruppe herstellen oder gar halten könnten.

Die Bundesliga besteht in der Spitze aus Mannschaften, deren durchschnittliches Jahresbudget unser FC vielleicht einmal bei kontinuierlich guter Arbeit in frühestens 10 Jahren erreichen könnte – ein Weg, wie ihn Rivale Gladbach in beeindruckender Weise seit der überstandenen Relegation 2011 beschreiten konnte.

Die Bundesliga wird bereits heute mehrheitlich von (teil-) kapitalisierten Fußballclubs bestimmt. Bietet dies allerdings Anlass genug, laut zu rufen: Seht her wie „erfolgreich und nachhaltig“ die Mitbewerber sind? Ohne Investor geht es nicht?!

In der Bundesliga gibt es vier verschiedene Investorenmodelle. Mit wem oder was würden wir uns abseits des BVB gleichsetzen wollen?

Welches dieser „Modelle“ könnte ernsthaft als Vorbild für unseren FC taugen? Der Produktfußball oder eine auf Rendite ausgelegte Investition? Und vor allem…

Für wen und wessen Wohl?

„Der strategische Investor will doch nur das Beste für meinen FC!?“.

Der VfB Stuttgart wird „Dank“ seines strategischen Partners, der Daimler AG, auf ewig nicht mehr die marktgerechten Erlöse für die Stadionnamensrechte der „Mercedes-Benz-Arena“ erzielen. Die FC Bayern München AG verliert mit dem Ausrüstervertrag bzw. Anteilseigner Adidas im Vergleich zur globalen Konkurrenz jedes Jahr über 60 Millionen EURO. Ein „strategischer Partner“ zahlt auf Dauer keine marktüblichen Beträge für Trikotsponsoring, Stadionnamens- oder sonstige Rechte. In beiden Fällen haben sich die Clubs langfristig um Verhandlungsfreiheiten sowie deutlich bessere Einnahmepotenziale beraubt.

Wer sich die verbleibenden Investitionsmodelle anschaut, stellt fest, dass es sich naturgemäß in keinem Fall um selbstlose Zuwendungen handelt. Auch die Investitionen der „Freunde der Eintracht“, dem „Bündnis Ostwestfalen“ oder von Dietmar Hopp dienen am Ende dem Werterhalt bzw. der Wertsteigerung des eingesetzten Kapitals. Positive Public Relations sind ein willkommener Nebeneffekt oder werden beim Verband und/oder vor Gericht erstritten.

Den beiden vermeintlichen und offensichtlichen Vorteilen eines Anteilsverkaufs steht gerade langfristig eine Vielzahl von Nachteilen gegenüber.

Einzig der Investor profitiert beim Anteilsverkauf langfristig!

Abseits der wirtschaftlich nachteiligen Effekte für einen Verein wie unseren FC… Aus Investorensicht ist es selbstverständlich nachvollziehbar, kurzfristig Gelder zu investieren, um langfristig deutliche Gewinne zu erzielen – sei es in Form jährlicher Gewinnausschüttungen oder Dank der Wertsteigerung von Anteilen im Falle eines Weiterverkaufs.

Kein Fan oder Mitglied eines (teil-)kapitalisierten Bundesligaclubs kann allerdings behaupten, dass ihm der Verein noch gehört. Auch in Köln wäre es schlichtweg nicht mehr allein unser Fußball-Club, wenn Anteile, Rechte sowie Mitbestimmung am FC verkauft würden. Es wäre ein Fußball-Unternehmen, welches in Teilen noch einem Verein gehört und in de facto entscheidenderen Teilen einem Investor mit rein wirtschaftlichen und/oder kommunikativen Interessen auf Kosten unseres FC.

Ein Verkauf von Anteilen ist niemals nachhaltig oder wirtschaftlich.

Beim 1. FC Köln zählt das Verhältnis zwischen finanziellem Aufwand und gewonnenen Punkten seit Jahren zu den schlechtesten in der Bundesliga. Das wissen auch potenzielle Investoren.

23 Jahre auf und ab. 9 Jahre 2. Liga. Der FC bewegt sich seit mehr als 20 Jahren nicht von der Stelle und hatte dabei zu kaum einem Zeitpunkt ein Einnahmeproblem. Wir Fans, unser Umfeld und unsere Größe würden den FC eigentlich per se zu einem der wirtschaftlich erfolgreichsten Fußball-Clubs in Deutschland machen können. Wenn man nur nicht mehr ausgäbe als man einnähme und das zur Verfügung stehende Kapital effektiver einsetzen würde.

Die Mitglieder als Eigner des Vereins, wir Fans und „Kunden“ sind dabei nicht das Problem. Aufwand und Ertrag stehen hingegen leider in einem zutiefst absurden Missverhältnis zueinander. Seit mehr als 20 Jahren gibt es kaum eine Wertschöpfung, wenig effiziente Prozesse und viel zu häufig gar schmerzhafte Kapitalvernichtung. Dabei würde der 1. Fußball-Club Köln wohl am meisten nachhaltig davon profitieren, wenn sich das gesamte Unternehmen hinter dem Fußball-Club hinterfragt und der Zukunft zugewandt aufstellt. Bedarf es dafür aber eines Investors?!

Wenn uns eines Tages Handlungszwänge oder Notwendigkeiten vorgegaukelt würden, sollten wir hinterfragen, wessen Einnahmen zur Diskussion stünden und wer kurzfristig am meisten verlieren bzw. wer langfristig am meisten profitieren würde!

Selbst ein 7. Abstieg oder auch erneute Jahre in Liga 2 wären wohl für die meisten Fans ertragbar. Gerade dank der in Coronazeiten gewonnenen Einsicht, welchen Wert unsere im Stadion gelebte Gemeinschaft hat – und das ligaunabhängig. Wir Fans und Mitglieder würden auch in einem 10. Jahr 2. Liga zu unserem FC stehen. Oder ist das „durch et Füer“ doch nur ein laut besungenes Lippenbekenntnis?!

Dank unserer Leidenschaft UND Leidensfähigkeit zählt der FC seit Jahren zu den beliebtesten Fußball-Clubs in Deutschland. Auch international verfügen wir bereits heute über eine kaum vergleichbare Bedeutung. Abseits der Marken und kapitalisierten Fußball-Unternehmen wie der FC Bayern München AG sind wir schon heute der sechstgrößte unabhängige Fußball-Club der Welt.

Abseits der Zahlen und monetären Werte sind wir aber vor allem ein Verein für den Fußball, die Menschen und das Miteinander im Stadion und Verein.

Wir sind ein Verein und Fußball-Club, der eben nicht primär dem Kapital dient.

Jorge Valdano, argentinischer Finaltorschütze und Weltmeister von 1986, sagte in Anbetracht der fortwährenden Geisterspiele: „Die da draußen, sie geben dem Ganzen eine Seele“. Wir Fans geben dem Fußball seine Seele.

Der Einstieg eines Investors würde den FC in ein seelenloses Objekt und uns Fußballanhänger in Rendite- und Klatschvieh verwandeln. Am Anfang nicht ausschließlich, am Ende aber immer mehr.

Ein Anteilsverkauf beraubt unseren FC langfristig seiner Wettbewerbsvorteile und uns um unsere Identität als mitgliedergeführter Fußball-Club. Wir wollen einen 1. FC Köln, der an allererster Stelle dem Kölner Fußball und seinen Fans gewidmet ist. Denn:

Der 1. Fußball-Club Köln ist unser Verein,

UNSER FC IST UNVERKÄUFLICH.